Nextcloud Hub 26 Summer: Das ist neu in Nextcloud 35
Am 16. September 2026 hat Nextcloud mit Nextcloud Hub 26 Summer das dritte große Release dieses Jahres veröffentlicht. Technisch steckt dahinter Nextcloud 35. Nach Hub 26 Winter (Februar) und Hub 26 Spring (Juni) stehen diesmal drei Themen im Vordergrund: Office auf dem Desktop, gemeinsame Arbeitsbereiche für Teams und eine runderneuerte Foto-App.
Hier ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
Euro-Office kommt auf den Desktop
Die größte Neuerung ist ein eigenständiger Desktop-Client für Euro-Office. Bisher ließ sich Euro-Office nur im Browser nutzen. Mit dem neuen Client bearbeiten Sie Dokumente, Tabellen und Präsentationen lokal, die Dateien bleiben aber mit Nextcloud verbunden. Auch gemeinsames Arbeiten in Echtzeit ist möglich: Kolleginnen und Kollegen können über ihren eigenen Desktop-Client oder den Browser in die Sitzung einsteigen.
Der Client erscheint für Windows (x64/arm64), Linux (x64/arm64) und macOS (Apple Silicon). Laut Nextcloud steht der Download allerdings erst in den Wochen nach dem Release bereit. Euro-Office wird gemeinsam mit IONOS, Open-Xchange, Office.eu und weiteren europäischen Partnern entwickelt.
Der Desktop-Client gibt den Menschen eine echte, souveräne Alternative zu Microsoft Office.
— sinngemäß Frank Karlitschek, CEO und Gründer von Nextcloud
Auch auf iOS und Android lassen sich Dateien jetzt direkt im Euro-Office-Editor öffnen.
Wer Collabora Online einsetzt, profitiert ebenfalls:
- Writer: mehrseitige Ansicht, überarbeitetes Lineal, Suchen und Ersetzen aus dem Navigator
- Calc: Gleichungslöser, farbige Tabellenblatt-Reiter, Sparklines, „Text in Spalten“ und Blattschutz
- Impress: Folien lassen sich in Abschnitte gliedern, die Foliensortierung wurde neu gestaltet
- Kommentare jetzt auch in Tabellen und im PDF-Export
- neue KI-Funktionen, etwa die Wahl der Tonalität oder das Erzeugen von Präsentationen aus einer Gliederung
Neue Teams-App mit eigenem Arbeitsbereich
Teams waren bisher in den Kontakten versteckt. Jetzt gibt es eine eigene Teams-App, die alle Teams der Instanz auflistet. Jedes neue Team bekommt automatisch einen eigenen Arbeitsbereich mit einer Startseite, die Dateien, Aufgaben und Wissen bündelt.
Außerdem können Teams selbst Eigentümer von Inhalten sein: Boards in Deck und Collectives, die ein Team anlegt, gehören dem Team und nicht nur der Person, die sie erstellt hat. Administratoren können Speicherkontingente für neue Teams festlegen und den Speicherverbrauch aller Teams einsehen. Entwickelt wurde die App zusammen mit dem öffentlichen IT-Dienstleister Dataport.
Dateien und Freigaben
- Einheitliches Freigabesystem: Nextcloud führt Schritt für Schritt ein gemeinsames Freigabesystem für alle Apps ein. Den Anfang macht der Freigabedialog in der Seitenleiste von Files. Bestehende Freigaben sind davon nicht betroffen.
- Einmalpasswörter für Freigaben: Empfänger von Freigaben können zusätzlich per Einmalpasswort (OTP) bestätigt werden, standardmäßig per E-Mail. Über eine Schnittstelle lassen sich auch andere Kanäle wie SMS anbinden.
Nextcloud Photos komplett überarbeitet
Die Foto-App hat ein neues Design bekommen: ein flexibles Raster mit einstellbarer Dichte, schnelleres Laden, bessere Suche, eine Kartenansicht und einen neuen Diashow-Modus. Dazu kommen:
- Reise-Erinnerungen, die Fotos einer Reise automatisch zusammenfassen
- ein Jahresrückblick
- Korrektur von Datum und Ort, ohne die Originaldatei zu verändern
- Vorschau von Videos beim Darüberfahren mit der Maus und optionales Transkodieren für flüssigere Wiedergabe im Browser
- Alben in den mobilen Apps anlegen, umbenennen und löschen
Tables, Text und Notes
Nextcloud Tables erhält Spalten mit Verknüpfungen zu anderen Tabellen, Änderungen werden automatisch übernommen. Die Struktur einer Tabelle (Spalten, Ansichten) lässt sich exportieren und in eine andere Tabelle importieren, ohne deren Daten zu verändern. Neu sind außerdem Benachrichtigungen bei neuen Einträgen und das Teilen über Server hinweg (Federation).
In Nextcloud Text gibt es jetzt Inline-Kommentare sowie Verweise und Fußnoten. Collectives zeigt Versionsunterschiede auf drei Arten an, und Notes bekommt einen ablenkungsfreien Zen-Modus, Vorlagen und eine Versionshistorie.
Nextcloud Assistant: mehr KI-Funktionen
Der KI-Assistent wurde deutlich ausgebaut:
- Texterkennung (OCR) für Bilder, Dokumente, Belege und handschriftliche Notizen, auf Wunsch direkt mit Übersetzung
- Untertitel für Audiodateien und Übersetzung von Audio zu Audio
- Erinnerungen über mehrere Unterhaltungen hinweg und selbst definierte Skills, die mehrere Schritte mit einem kurzen Befehl auslösen
- neue Agenten-Werkzeuge für Mail, Deck, Talk, Tables und das Web
- geplante Aufgaben, zum Beispiel eine tägliche Zusammenfassung zu einer festen Uhrzeit
- gestreamte Antworten und neue Standardmodelle (Qwen 3.5 und Gemma 4)
Groupware: Kalender und Mail
Im Kalender gibt es eine neue Raumsuche: Räume und Ressourcen lassen sich durchsuchen, inklusive Frei/Belegt-Anzeige. Administratoren verwalten Räume künftig über eine Weboberfläche. Die Raumsuche stammt von Entwicklern bei SURF, dem niederländischen Bildungs- und Forschungsverbund.
Nextcloud Mail bringt unter anderem E-Mail-Weiterleitung per Sieve, einen schwebenden Editor (Sie können weiter im Postfach blättern, während Sie schreiben), eine Vorschau von Anhängen, das Speichern in Files und eine Warnung, wenn kein direkter Empfänger eingetragen ist. Laut Nextcloud kam mehr als die Hälfte der Verbesserungen an Kalender, Mail und Kontakten aus der Community.
Nextcloud Talk
Talk erhält neue Vorlagen für Unterhaltungen:
- Vertraulich: keine öffentlichen Links und Gäste, eingeschränktes Weiterleiten und Aufzeichnen, automatisches Ablaufdatum
- Kanäle: Moderatoren schreiben, Abonnenten reagieren
- Ankündigungen: feste Mitglieder, keine Anrufe, ausgeblendete Teilnehmerliste
Dazu kommen eine globale Nachrichtensuche, eine überarbeitete Anrufoberfläche und die Komprimierung von Bildern beim Hochladen.
Für Administratoren: Das ändert sich beim Upgrade
Mit Nextcloud 35 steigen die Mindestanforderungen:
- PHP 8.2 wird nicht mehr unterstützt.
- MariaDB 10.6 und MySQL 8.0 entfallen. Mindestversionen sind jetzt MariaDB 10.11 und MySQL 8.4. Neu unterstützt werden MariaDB 12.3 und MySQL 9.7.
- Wer MySQL 9 oder neuer nutzt, muss nach dem Upgrade die MD5-Komponente laden, weil Teile des Nextcloud-Ökosystems noch darauf angewiesen sind.
- Als Betriebssystem werden mindestens Debian 13, Ubuntu 24.04 bzw. SLES 15 SP7 vorausgesetzt.
Die Enterprise-Version von Hub 26 Summer erscheint laut Nextcloud erst nach weiteren Tests und Zertifizierungen. Unter der Haube gab es außerdem viele Verbesserungen an Geschwindigkeit, Barrierefreiheit und Oberfläche, darunter neu sortierte Einstellungen und eine überarbeitete Suche.
Fazit
Hub 26 Summer ist ein umfangreiches Release. Am stärksten fallen der Desktop-Client für Euro-Office, die neue Teams-App und die überarbeiteten Fotos ins Gewicht. Viele kleinere Verbesserungen in Mail, Kalender, Tables und Talk machen den Alltag spürbar angenehmer.
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